Der Visionär, der Düren ein Gesicht gab
Serie „Denkmal Grüngürtel“, Teil 3: Stadtbaumeister Heinrich Dauer
Dass die Stadt Düren eine Straße im Grüngürtel nach ihm benannt hat, ist fast ein bisschen zu wenig. Sie musste die Siedlung auch nicht gleich „Heinrich-Dauer-Quartier“ taufen. Aber der Bedeutung des früheren Stadtbaumeisters für die Entstehung dieses außergewöhnlichen Viertels wäre man damit schon gerecht geworden. Heinrich Dauer ist nicht weniger als der „geistige Vater des Grüngürtels“. Seine Planung des städtebaulich so bemerkenswerten Viertels war nicht nur eine herausragende bautechnische Leistung, sondern auch die Umsetzung einer tiefgreifenden Idee und Philosophie, die Heinrich Dauer nach Düren brachte.
Am 10. März 1900 kam der 1871 im niedersächsischen Dölme geborene Dauer als zweiter Stadtarchitekt nach Düren. Hinter ihm lagen da bereits eine Schreiner- und eine Maurerlehre, die Ausbildung zum Bautechniker für Hoch- und Tiefbau und erste berufliche Stationen in der Braunschweiger Kanalbauverwaltung, bei der königlich preußischen Klosterverwaltung in Hannover und im Stadtbauamt Wesel. In Düren dauerte es nur sieben Jahre, bis er genau an seinem 36. Geburtstag zum Stadtbaumeister und Leiter des Hochbauamts ernannt wurde. Da in diese Zeit nicht nur ein rasanter Anstieg der Einwohnerzahl Dürens fiel, sondern auch die Entwicklung neuer architektonischer und städtebaulicher Konzepte, war Heinrich Dauer in Düren der richtige Mann am richtigen Ort. Aus Hannover und Braunschweig, die damals zu den Zentren des bautechnischen Fortschritts gehörten, brachte er die Ideen einer Reformarchitektur mit, die sich gegen die üblichen engen „Mietskasernen“ richtete. Dauer kannte auch die theoretischen Ansätze der englischen Gartenstadtbewegung, die er aufgriff und auf die spezifischen Bedürfnisse der Dürener Industrie-Arbeiterschaft übertrug. Er war derjenige, der die soziale Reformidee in einen konkreten Bebauungsplan goss: So plante er im Dürener Osten eine Siedlung, die der wachsenden Bevölkerung nicht nur Dächer über den Köpfen bot, sondern ein Zuhause mit echter Lebensqualität. Zur städtebaulichen und architektonischen Bedeutung des Grüngürtels haben wir in Teil 2 unserer Serie schon ausführlich berichtet.
Mehr als der Grüngürtel
In Verbindung mit dem Grüngürtel ist der Name Heinrich Dauer vielen Dürenern auch ein Jahrhundert später noch ein Begriff. Doch sein Wirken an der Rur und seine Bedeutung für die Stadt gehen noch weit darüber hinaus. Über drei Jahrzehnte prägte er das Gesicht Dürens. Der Neue Wasserturm am Friedrich-Ebert-Platz (früher Kaiserplatz-Ost) war weit mehr als ein technisches Infrastrukturbauwerk – er war bis zu seiner Sprengung 1945 eines der prächtigsten Wahrzeichen Dürens und ein architektonisches Statement des jungen Heinrich Dauer. Sein Entwurf für das Krankenhaus an der Roonstraße (eingeweiht 1909) setzte damals Maßstäbe in der Gesundheitsarchitektur. Er schuf Gebäude, die Funktionalität mit einer repräsentativen, aber nicht überladenen Ästhetik verbanden. Auch Schulen und andere kommunale Bauten fielen in seine Zuständigkeit und zeigten sein Verständnis von der Stadt als Dienstleister für ihre Bürger.
In Verbindung mit dem Grüngürtel ist der Name Heinrich Dauer vielen Dürenern auch ein Jahrhundert später noch ein Begriff. Doch sein Wirken an der Rur und seine Bedeutung für die Stadt gehen noch weit darüber hinaus. Über drei Jahrzehnte prägte er das Gesicht Dürens. Der Neue Wasserturm am Friedrich-Ebert-Platz (früher Kaiserplatz-Ost) war weit mehr als ein technisches Infrastrukturbauwerk – er war bis zu seiner Sprengung 1945 eines der prächtigsten Wahrzeichen Dürens und ein architektonisches Statement des jungen Heinrich Dauer. Sein Entwurf für das Krankenhaus an der Roonstraße (eingeweiht 1909) setzte damals Maßstäbe in der Gesundheitsarchitektur. Er schuf Gebäude, die Funktionalität mit einer repräsentativen, aber nicht überladenen Ästhetik verbanden. Auch Schulen und andere kommunale Bauten fielen in seine Zuständigkeit und zeigten sein Verständnis von der Stadt als Dienstleister für ihre Bürger.
Extreme Herausforderungen
Dabei war seine Amtszeit geprägt von extremen Herausforderungen: Er steuerte die Stadtentwicklung durch den Ersten Weltkrieg, die schwierige Zeit der Inflation und die französische Besatzung, während der er sogar zeitweise ausgewiesen wurde. Er modernisierte Düren von einer mittelalterlich geprägten Kleinstadt zu einer funktionierenden Industriestadt des 20. Jahrhunderts. Dabei verkörperte er den Typus des bürgernahen Stadtbaurats, dem es nicht um persönliche Denkmäler ging, sondern um die langfristige Stabilität und Lebensqualität seiner Stadt.
Dabei war seine Amtszeit geprägt von extremen Herausforderungen: Er steuerte die Stadtentwicklung durch den Ersten Weltkrieg, die schwierige Zeit der Inflation und die französische Besatzung, während der er sogar zeitweise ausgewiesen wurde. Er modernisierte Düren von einer mittelalterlich geprägten Kleinstadt zu einer funktionierenden Industriestadt des 20. Jahrhunderts. Dabei verkörperte er den Typus des bürgernahen Stadtbaurats, dem es nicht um persönliche Denkmäler ging, sondern um die langfristige Stabilität und Lebensqualität seiner Stadt.
Der „Ruhestand“
Anfang 1938 ging Heinrich Dauer offiziell in den „Ruhestand“, blieb aber im Städtebau aktiv und plante unter anderem Projekte in Bergheim, Münstereifel und Prüm. Ende 1945 wurde er wieder nach Düren gerufen, wo er bis Ende 1947 an der Wiederaufbauplanung der zerstörten Stadt arbeitete. Ab 1948 war Heinrich Dauer in Geilenkirchen tätig. Dort starb er 1952. Beigesetzt wurde er auf dem Neuen Friedhof Düren-Ost.
Anfang 1938 ging Heinrich Dauer offiziell in den „Ruhestand“, blieb aber im Städtebau aktiv und plante unter anderem Projekte in Bergheim, Münstereifel und Prüm. Ende 1945 wurde er wieder nach Düren gerufen, wo er bis Ende 1947 an der Wiederaufbauplanung der zerstörten Stadt arbeitete. Ab 1948 war Heinrich Dauer in Geilenkirchen tätig. Dort starb er 1952. Beigesetzt wurde er auf dem Neuen Friedhof Düren-Ost.


