Was heißt eigentlich „fachgerecht renovieren“?

Was heißt eigentlich „fachgerecht renovieren“?
Serie „Gut zu wissen!“, Teil 11: Ein paar Tipps fürs Streichen und Bohrlöcher schließen Nach unserem ersten „Gut zu wissen!“-Beitrag zum Thema Renovierung beim Auszug haben uns eine Reihe von Nachfragen erreicht. Denn dort war unter anderem von einem fachgerechten Anstrich und professionell verschlossenen Dübellöchern die Rede. Aber was bedeutet das konkret? Und vor allem:
Wie bekommt man das selbst hin? Deshalb hier ein paar praktische Tipps.
Spachteln allein reicht nicht
Zuerst Dübel und lose Teile vollständig entfernen. Anschließend das Loch mit geeigneter Spachtelmasse füllen – ruhig so, dass zunächst etwas Material übersteht. Nach dem Trocknen wird die Stelle mit feinem Schleifpapier glatt und bündig zur Wand geschliffen.
Wichtig: Einfach einen Klecks Spachtelmasse ins Loch drücken und anschließend darüberstreichen, hinterlässt häufig sichtbare Buckel oder Vertiefungen.
Und noch ein Tipp: Gerade auf glatten Wänden können gespachtelte Stellen die Farbe anders aufnehmen als ihre Umgebung. Dann hilft es, die ausgebesserte Stelle vor dem eigentlichen Anstrich zunächst zu grundieren beziehungsweise dünn vorzustreichen.
Keine „Wolken“
Eine gleichmäßige Wand entsteht vor allem dadurch, dass die Farbe nicht stellenweise bereits antrocknet, während daneben noch gestrichen wird. Deshalb: genügend Farbe auf die Rolle nehmen, ohne dass sie tropft, die Wand Stück für Stück bearbeiten und dabei die Übergänge „nass in nass“ rollen. Das heißt: nicht ständig über Stellen gehen, die bereits anfangen zu trocknen. Zum Schluss die frisch gestrichene Fläche noch einmal ohne großen Druck in derselben Richtung abrollen Und ganz wichtig: Lieber einen zweiten vollständigen Anstrich machen, als einzelne helle Stellen später punktuell auszubessern.
Abkleben lohnt sich
Fenster- und Türrahmen, Fußleisten, Lichtschalter und Steckdosen sollten vor dem Streichen sorgfältig mit geeignetem Malerkrepp abgeklebt werden. Das Klebeband dabei an den Kanten gut andrücken, damit keine Farbe darunter läuft. Lichtschalter und Steckdosen lassen sich ebenfalls sauber schützen. Abdeckungen sollten nur demontiert werden, wenn das gefahrlos und fachgerecht möglich ist – sonst gilt auch hier: lieber ordentlich abkleben. Nach dem Streichen das Kreppband nicht tagelang hängen lassen, sondern vorsichtig entfernen, bevor die Farbe vollständig ausgehärtet ist. So bleiben die Kanten sauber.
Und der Boden?
Ein paar Zeitungen unter den Farbeimer zu legen, reicht meistens nicht. Am sichersten ist es, den Boden vollflächig mit Malervlies oder einer geeigneten Abdeckfolie zu schützen und die Übergänge zu fixieren. Denn Farbspritzer auf Laminat, Fliesen oder Fußleisten wieder zu entfernen, macht am Ende deutlich mehr Arbeit als ordentliches Abdecken vor dem ersten Pinselstrich.
Unser Fazit: „Fachgerecht“ heißt nicht unbedingt, dass ein Malerbetrieb kommen muss. Auch wer selbst renoviert, kann ein gutes Ergebnis erzielen. Wie so oft gilt: Eine halbe Stunde mehr für Vorbereitung und Abkleben spart hinterher oft ein Vielfaches an Arbeit.

